Ein Herr Ein Glaube Eine Taufe: Grundlagen für die Glaubensbildung in der Kirche des Nazareners

Ein Herr Ein Glaube Eine Taufe: Grundlagen für die Glaubensbildung in der Kirche des Nazareners

Jede Organisation, die die Zeiten überdauert, verdankt ihren Fortbestand einer Kombination aus tief verwurzelten und gemeinsam geteilten Zielen, Glaubensüberzeugungen und Werten. Dies triff t auch auf die Kirche des Nazareners zu. Sie entstand, um die Heiligung des Herzens und des Lebens zu predigen, zu lehren und beispielhaft zu leben, denn dies ist der wahre Kern ihrer Berufung, „in allen Nationen christusähnliche Jünger zu machen“. Unsere Gegenwart und Zukunft als Denomination hängen davon ab, dass wir uns treu und gewissenhaft an der Mission Gottes beteiligen und dass wir unserer charakteristischen Berufung folgen, die Gott uns als eine unter vielen christlichen Kirchen anvertraut hat.

Da unsere Denomination weltweit immer weiter wächst und sich ausbreitet, erscheint es uns angebracht, nicht nur unsere charakteristischen Merkmale einmal genau zu beschreiben, sondern auch herauszuarbeiten, wie sich unsere Theologie aus der Heiligen Schrift ableitet und wie sie im Einklang steht mit der zweitausendjährigen Tradition der Kirche, mit dem durch den Heiligen Geist erleuchteten menschlichen Verstand sowie der christlichen Erfahrung. Diese Veröff entlichung will genau das versuchen.

Unsere geistlichen Vorväter entwickelten Credos, Glaubensbekenntnisse und Katechismen, weil sie befürchteten, das Christentum würde seine unverwechselbare Gestalt verlieren, wenn die Gläubigen die Grundüberzeugungen des christlichen Glaubens nicht öff entlich erklären könnten und sich diese nicht aus tiefer Überzeugung zu eigen machten. Der christliche Glaube ist mehr als Kopfwissen oder das auswendiggelernte Wiedergeben von Lehrsätzen. Er ist ein bestimmter Lebensstil, den man recht deutlich beschreiben kann. Beispielsweise ist die Hoff nung eines Christen nicht einfach die Macht des positiven Denkens, sondern eine konkretere Erwartung, dass Gott in der Lage ist, aus dem Zerbruch und der Verzweifl ung, die durch die Sünde entstanden sind, Versöhnung zu schaff en und aus Tod neues Leben hervorzubringen. In unserer Tradition wird diese Hoff nung als „Optimismus der Gnade“ bezeichnet. Eine stets wiederkehrende Aussage in Verkündung und Lehre auf Grundlage der Heiligen Schrift und der Tradition ist, dass sich die Grundüberzeugungen des christlichen Glaubens nicht auf vage Empfi ndungen oder subjektive Meinungen gründen dürfen.

Vielmehr soll die systematische Glaubenslehre dazu dienen, die grundlegenden, eigentlichen und bereits in der Gemeinschaft der Gläubigen praktizierten Prinzipien in Worte zu fassen. Ein Dokument, wie ein gemeinsames Bekenntnis - oder „Katechismus“, wie es in manchen Kirchen genannt wird - besitzt ein gewisses Maß an institutioneller Autorität, da es aus dem Leben der Kirche heraus entsteht.

Wenn wir uns die altkirchlichen Glaubensbekenntnisse anschauen, die theologischen Bekenntnisschriften und andere historische Dokumente, die den Glauben geformt haben, dann entdecken wir Vorlagen und Modelle , die die Kraft haben, auch neue Generationen in den ungewöhnlichen und herausfordernden Lebensumständen des 21. Jahrhunderts anzusprechen. Das vorliegende Buch „Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe“ möchte diese historischen Gespräche aus der Vergangenheit in der Gegenwart fortsetzen und dadurch neuen Generationen gläubiger Christen helfen, die zentralen Werte unserer Denomination hoch zu halten und zu fördern: wir sind eine christliche Kirche, eine Heiligungs-Kirche und missionale Kirche.

Es ist unser großer Wunsch, dass durch dieses Dokument mehr geschieht, als die bloße Weitergabe von Informationen über Gott oder den göttlichen Plan für unsere Erlösung. Letztlich soll es dazu dienen, dass wir Gott und Gott alleine anbeten und verehren, denn alle Ehre und aller Ruhm gebühren alleine Ihm. Daher soll alles, was wir auf diesen Seiten lesen und verstehen am Ende einmünden in unser schönstes Lob und unsere Anbetung. „Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, HERR, mein Fels und mein Erlöser.“ (Psalm 19,15).

Diesem Buch liegen folgende Vorlagen als Grundstruktur zur Glaubensbildung zugrunde: das Apostolische Glaubensbekenntnis, die Zehn Gebote, die Sakramente und das Vaterunser. Zusammen bilden sie einen neuen Rahmen, um den christlichen Glauben innerhalb der theologischen Tradition der Kirche des Nazareners zu entdecken und zu verstehen.

Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe folgt den vier Vorlagen für die klassische Glaubensbildung:

  1. dem Apostolischen Glaubensbekenntnis
  2. den Sakramenten
  3. den Zehn Geboten
  4. dem Vaterunser

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